Insolvenzanfechtung

Die Insolvenzanfechtung im Münchener Recht

Es kommt relativ selten vor, dass ein Insolvenzverwalter ein getätigtes, rechtsgültiges Geschäft zwischen dem insolventen Unternehmen und einem Geschäftspartner, rückgängig macht. Meist handelt es sich bei solchen Geschäften um Geld- und Warengeschäfte aller Art. In der Regel hat das insolvente Unternehmen etwas gekauft und bezahlt. Nun wird die Kaufsumme vom Insolvenzverwalter zurückverlangt

Die Insolvenzanfechtung zählt zu den Instrumenten eines Insolvenzverfahrens

Ist immer das Ziel einer Insolvenz, Gläubiger bestmöglich zu befriedigen. Zum einen soll jeder Gläubiger so viel wie möglich von seinem Geld zurückbekommen, zum anderen, muss darauf geachtet werden, dass niemand von den Gläubigern bevorzugt befriedigt wird. Es darf niemand schlechter oder besser gestellt werden.

Trotz Insolvenzmasse reichen die finanziellen Mittel Schuldners oft nicht aus, um sämtliche Gläubiger in München gleichmäßig zu befriedigen. Fehlt noch Geld zur Begleichung der Schuld, wird der Insolvenzverwalter nach vor kurzem getätigten Ausgaben Ausschau halten, die er rechtlich, seit Beginn des Insolvenzverfahrens, zurückverlangen darf, damit den Gläubigern insgesamt mehr Insolvenzmasse zur Verfügung steht.

Die Insolvenzmasse darf nicht geschmälert werden

Die Geschäftsführung darf während einer Insolvenz keine Geschäfte, Käufe etc. ohne Einwilligung des Insolvenzverwalters tätigen, weil dies die Insolvenzmasse schmälern kann. Der Schuldner mag zwar der Chef der insolventen Firma sein, trotzdem hat er während der Insolvenz nur noch sehr wenig zu bestimmen und zu entscheiden.

Jede Verfügung, die in der Insolvenz von Verantwortlichen vorgenommen wird, ist von Anfang an unwirksam. Denn schon so mancher Münchener Chef oder leitender Angestellter versuchte noch in letzter Minute, Geld per Überweisung an ein befreundetes Unternehmen Sicherheit zu bringen. Jeder hat Sicherheit schon einmal von so einem Fall gehört oder gelesen, bei dem auf diese Weise den Gläubigern hohe Geldbeträge vorenthalten wurden.

Beispiele: Diese Geschäfte und Verfügungen während einer Insolvenz sind beispielsweise nicht gestattet und werden in der Regel angefechtet.

  • Der Verkauf von Grundstücken
  • Grundschuldbestellung
  • Sicherungsabtretung
  • Verramschen von Warenbeständen oder Inventar
  • Verschenken der Warenbestände, der Geschäftsausstattung und des Inventars

Anfechtungen nicht nur bei gewerblicher Insolvenz

Anfechtungen und Hilfe bei Zahlungsverpflichtungen können seit dem Jahr 2014 auch in einer Personalinsolvenz angewendet werden. Zuvor waren Anfechtungen nur bei Unternehmensinsolvenzen üblich, weil bei der Personalinsolvenz zu hohe Hürden für eine erfolgreiche Anfechtung bestanden. Diese Hürden wurden weitgehend beseitigt und herabgesetzt, sodass eine Anfechtung in der Insolvenz heute auch häufig in der Personalinsolvenz angewendet wird.

Nicht immer ist falsches Verhalten der Geschäftsleitung der Grund für einen Anfechtungsfall!

Oft verhält es sich so, dass Gläubiger, um nicht leer bei einer Insolvenz auszugehen, noch in letzter Minute die Zwangsvollstreckung vorantreiben. Sie möchten möglichst noch vor den Insolvenzverhandlungen ihr Geld zurück und machen Druck. Meist handelt es sich dabei um staatliche Einrichtungen wie beispielsweise Krankenkassen oder Finanzämter. Wenn die Vollstreckung in München genau in die Zeit fällt, in der das Insolvenzverfahren eröffnet wird, kann der Insolvenzverwalter anfechten und die gepfändeten Beträge zurückholen.

So reagieren Sie bei einer Anfechtung der Insolvenz richtig:

Wenn von dem Schuldner eine größere Summe Geld für eine, von Ihnen wirklich erbrachte Leistung bezahlt haben, müssen sie eine Anfechtung im Insolvenzverfahren nicht zwingend hinnehmen. In diesem Fall verteidigen Sie sich gegen eine Insolvenzanfechtung.

Ob Ihnen dies gelingt, hängt von Ihrem persönlichen Einzelfall ab. Vorteilhaft ist es, wenn Sie einen Rechtsanwalt zurate ziehen, der sich auf Insolvenzrecht spezialisiert hat.