Trennung mit Kindern wie geht es weiter?

Für viele ist es das Horrorszenarium:

Der Partner trennt sich oder Sie trennen sich von Ihrem Partner und plötzlich stehen Sie mit den Kindern alleine da. Wie es weiter geht und was es auf der rechtlichen Seite zum Thema Sorgerecht, Aufenthaltsbestimmungsrecht und dem Unterschied von Eheleuten und Partnern zu beachten gilt, lesen Sie hier im Artikel.

Die ersten Schritte

Zum Wohle der Kinder sollten Sie zunächst versuchen, Ruhe zu bewahren. Vielleicht ist noch nicht alles verloren und ein paar Tage Auszeit bei Familie oder Freunden helfen, die vermeintliche Trennung nicht endgültig werden zu lassen.

Wenn die Beziehung aber aufgrund von Gewalt oder eines erheblichen Vertrauensbruches vor dem Aus steht müssen Sie, je nach persönlicher und rechtlicher Situation, unterschiedlich handeln.

Trennung von Eheleuten

Wenn der Partner auch Kindsvater(- mutter) oder Ehemann(- frau) ist, konsultieren Sie auf jeden Fall schnellstmöglich einen Rechtsbeistand. Da es keinen ultimativen Plan A oder Plan B für eine Scheidung gibt, kann Ihnen der Rechtsbeistand die notwendigen Tipps und Hinweise an die Hand geben, die Sie für das weitere Verfahren benötigen.

Eine pauschale Aussage dazu ist nicht möglich.

Trennung von Paaren und Verlobten

Eine Verlobung gilt auch als ein Eheversprechen, allerdings sind bei einer Trennung von Verlobten keine Formalitäten notwendig und es entsteht maximal und unter hohen Anforderungen ein Schadensersatzanspruch. Wenn aus der Partnerschaft gemeinsame Kinder hervorgegangen sind, sollten Sie einen Rechtsbeistand zu Rate ziehen.

Was Sie zum Sorgerecht beachten sollten

Seit einigen Jahren ist der Regelfall ein gemeinsames Sorgerecht der Eltern. Auch wenn Sie sich Trennen oder die Scheidung einreichen bleibt das gemeinsame Sorgerecht bestehen.

Abweichungen gibt es nur in sehr seltenen Fällen und unter der Voraussetzung, dass Sie einen Antrag beim zuständigen Familiengericht stellen. Ihr Anwalt kann Sie hierzu individuell beraten. So ist es zum Beispiel möglich, dem anderen Elternteil das Aufenthaltsbestimmungsrecht zu entziehen.

Stolperstein: Das Umgangsrecht

Ganz unabhängig vom Sorgerecht existiert noch das Umgangsrecht. Um ein Umgangsrecht zu erwirken muss kein Sorgerecht bestehen. Auch gilt das Umgangsrecht nicht nur für die Elternteile, sondern für enge Verwandte des minderjährigen Kindes, wie beispielsweise die Großeltern, Onkel und Tanten.

Das Umgangsrecht wird vor dem Familiengericht immer zum Wohle des Kindes entschieden und erteilt. Wenn das Gericht sieht, dass die Großmutter eine starke Bindung zum Kind aufgebaut hat ist es unerheblich ob Sie sich mit ihr verstehen oder nicht. Der Umgang mit den Kindern kann auch unter sehr strengen Auflagen erlaubt werden. Zum Beispiel nur in Anwesenheit des Jugendamtes als neutrale „Person“.

Achten Sie auf Ihre Kinder

Sie dürfen bei all dem Trubel und der zu beachtenden notwendigen Schritte auf keinen Fall Ihre Kinder vergessen. Meist leiden sie mehr unter einer Trennung als die Eltern glauben zu wissen.

Sollten Sie im guten auseinander gegangen sein planen Sie unbedingt gemeinsame Zeit ein. Auch wenn es nur zum Einkaufen ist! Machen Sie allerdings nicht den Fehler, falsche Hoffnungen in Ihren Kindern zu wecken.

Holen Sie sich Unterstützung

Sie können in Deutschland auf eine breite Palette an Hilfe zurück greifen. Hauptsächlich sollten Sie sich zunächst an zwei Stellen wenden um sich Unterstützen und Beraten zu lassen.

Zum einen gibt es Hilfe vom Jugendamt. Viele haben Hemmungen, sich an dieses Amt zu wenden. Die Mitarbeiter haben allerdings, ähnlich dem Familiengericht, das Wohl des Kindes im Fokus und bieten Ihnen Beratung und Beistandschaft. In Sorgerechtfragen wird das Jugendamt zwangsläufig involviert.

Weitere Unterstützung bei der Frage „Trennung mit Kindern wie geht es weiter?“, bieten Ihnen Beratungsstellen, beispielsweise die der Caritas oder Pro Familia.